Meine Sicht auf den Klimastreik könnte dir nicht gefallen..

Am 20.09.2019 ist wieder der globale Klimastreik, bei der hunderttausende Menschen für die Vision einer besseren Welt auf die Straße gehen.

Meine These für die Ursache der Weltsituation: Wir haben uns von der Natur entfernt indem wir uns von unserer wahren menschlichen Natur entfernt haben. Wir Leben im Bewusstsein der Spaltung und des Egos anstatt im Bewusstsein der Einheit mit allem Leben. Wir haben vergessen, dass wir Menschen als Hüter der Erde geboren wurden.

Unsere PolitikerInnen werden nichts verändern, weil ihre Karriere sonst nicht läuft, die Kinder der neuen Zeit sind noch nicht in den Ämtern und die Ämter haben Strukturen, die einen starken, geläuterten Charakter, der wirkliche Veränderung will, nicht in entscheidende Positionen lässt.

Stattdessen werden wir geboren, durch Schulen, Institute und Ausbildungsstätten gezogen, die unser Licht dimmen und unsere Potentiale einschläfern, anstatt sie zu entfachen. Wir finden uns, allmählich reflektierend, in einem Bewusstsein der Spaltung wieder.

Spaltung der Gesellschaft. Rechts gegen links, Arbeitslose gegen Arbeitnehmer, Männer gegen Frauen, Migranten gegen Einheimische und nun, mit dem Klimastreik auch die Jugendlichen gegen die Alten. Der aktuelle Keil wird zwischen die Generationen getrieben.

Jetzt werdet ihr erwidern: „Wie kann er bloß sowas sagen, endlich geschieht der Wandel, endlich gehen die Menschen wieder auf die Straße. Unser Planet steht vor dem Abgrund und die alten Säcke haben uns die Suppe eingebrockt, die wir jetzt auslöffeln müssen.“

Ich verneine die Demonstrationen nicht, ich verneige mich sogar vor ihnen. Denn die #fridaysforfuture Bewegung ruft ALLE Generationen auf, dabei zu sein. Doch ich will auf etwas anderes aufmerksam machen:

Die USA führen ihre Kriege seit Jahrzehnten so, dass sie rivalisierende Gruppen innerhalb eines Landes gegeneinander aufhetzen, beide Gruppen durch die Hintertür finanzieren und dann in das geschwächte Land einziehen. Sie spalten die vorhandenen Strukturen, die einst eine gesunde Einheit waren, um sie dann auszubeuten. Und auch Machiavelli schrieb schon Anno 1532: Divide et Impera. Teile (das Volk) und Herrsche (über das Volk).

Allein der Fakt, dass in der CO-2 Diskussion die Atomkraftwerke nicht mehr Teil der Debatte sind, obwohl Atommüll die pure Vergewaltigung an unsere Nachfahren darstellt, bringt mich zum Grübeln, ob hier nicht ein psychologischer Rahmen (framing) aufgesetzt wird.

Kann es sein, dass der Klima-STREIT von den Machern hinter den Kulissen gewollt ist, um die Spaltung aufrechtzuerhalten? In der Spaltung stirbt das Mitgefühl zum anderen Teil.

Mit meinen Klienten und mir selbst mache ich oft Schattenarbeit. Dabei werden die Aspekte der eigenen Seele angeschaut, die wir eigentlich nicht haben wollen, aber zu unserer Ganzheit gehören. Zum Beispiel die Wut: Wer so erzogen wurde, dass er nicht wütend sein darf, der beginnt auf einmal schräg auf Menschen zu reagieren, die sich erlauben wütend zu sein. Denn er selbst unterdrückt seine Wut, obwohl sie Teil unserer ur-menschlichen Empfindungen ist und ihren Platz braucht. Doch dieser Mensch wird, insofern er seinem Schatten nicht mit Mitgefühl begegnet und ihn liebevoll annimmt, psychische und körperliche Beschwerden bekommen. Der Mensch muss also aus der Spaltung wieder in die Einheit kehren um gesund zu sein.

So lässt sich das Bild auch auf unsere Gesellschaft transportieren: Die eine Seite muss der anderen mit Mitgefühl begegnen, um wieder die Einheit zu bilden. Andererseits werden weder Jugendliche noch die Älteren einen wahren Wandel bewirken, eher werden wir als Kollektiv weiterhin seelisch und körperliche leiden.

Ihr werdet rufen: „Sollen wir jetzt die Füße stillhalten und schweigend dabei zusehen, wie der Planet den Bach hinunter geht?“

Der wahre Wandel ist nur über die Verkörperung von Eigenschaften und Tugenden möglich. Sei du selbst das, was du dir für die Welt wünschst, sagte schon Mahatma Gandhi. Sei selbst der Regenwaldretter, der Heiler, der Plastikvermeider, der Flohmarkt für deinen Kiez, sei die Zero-Waste-Verkörperung, aber mach das intrinsisch aus dir heraus und begegne dabei allen um dich herum in Frieden, vor allem den angeblichen Feinden. Ihr Leben, ihre Umstände, ihre Sichtweisen, hatten ihre Berechtigung und wir dürfen es nun anders machen. Der Dalai Lama sagt: „Feinde sind Freunde, die du noch nicht kennst.“ Und der ehemalige Russische Präsident Gorbatschow konnte im Kalten Krieg schlimmeres verhindern, indem er sich für die Abrüstung aller Atomwaffen entschieden hat, anstatt trotz der Bedrohung durch die USA in den Krieg zu ziehen. Das ist praktizierte Feindesliebe.

Vielleicht sind die Menschen um uns herum noch nicht soweit, um sich durch missionieren und Beschuldigungen zu wandeln. Es ist ein Gesetz das wir Menschen nicht an einen Ort ziehen können, an den sie noch nicht bereit sind zu gehen. Aber wir können sie durch einen verkörperten nachhaltigen Lebensstil inspirieren.

Sogar der Weltschmerz hat seine Sinnhaftigkeit, du wirst den Grund weiter unten erfahren.

Meine Bitte ist, achte mal beim Klimastreik darauf, wie sehr du friedlich und in Liebe protestierst oder wie sehr du dich vom Frieden und der Liebe entfernst und dich in ein Spaltungsbewusstsein begibst.

Das System, die Matrix, ist nichts anderes als eine Projektion des menschlichen Egos auf die kollektive Ebene. Das Ego im Menschen lebt im Spaltungsbewusstsein („Hier bin ich und da bist du und zwischen uns ist, glücklicherweise, ausreichend Abstand, der bitte auch eingehalten wird.“).

Und so lebt der Großteil der Menschheit in diesem spaltenden Bewusstsein, das soweit geführt hat, dass der Mensch sogar die Natur als etwas fremdes wahrnimmt. Wir nennen die Natur sogar Um-Welt, doch dabei um-gibt uns die Natur nicht nur, sondern wir sind die Natur. Wir bestehen aus denselben Elementen.

Vielleicht kannst du gerade beobachten wie dein Ego leicht die Esoterik-Schublade öffnet und meine Aussage dort hineinpackt. Wenn du das bemerkt hast, freue dich, denn so hast du gerade dein eigenes Spaltungsbewusstsein erlebt. Der erste Schritt der Bewusstwerdung.

Die Exoterik, also die klassische Wissenschaft, deren Ende spätestens mit den Erkenntnissen der Quantenphysik eingeläutet wurde, hat sich so sehr von der Natur entfernt, dass sie eine Glasscheibe zwischen sich und andere Lebewesen stellt und aus sicherer Entfernung alle Vorgänge hinter der Scheibe analysiert und beschreibt. Die esoterische Lehre besagt nichts anderes, als dass die innere Welt des Menschen die äußere Welt beeinflussen könnte.

Mit dieser Sichtweise betritt ein neuer Standpunkt das Spielfeld:

Nämlich, dass der Zustand des Planeten der Spiegel des inneren Zustandes seiner Bewohner ist. All der gespiegelte Weltschmerz dient der geistigen Transformation und dem unumkehrbaren Bewusstseinswandel der Menschheit.

Umso mehr Leid es auf der Erde gibt, desto mehr Menschen werden wach und fragen sich, warum es dieses Leid gibt. Umso mehr Menschen aufwachen, desto intensiver läuft der globale Bewusstseinswandel, der das Ego samt seiner Mechanismen, die zu diesem Leid führen, erkennt, dann Abstand von ihm nimmt und es nach und nach durch innere geistige Arbeit transzendiert.

Die Menschheit muss erst den Weltschmerz erleben, um ihre eigenen Schmerzen darin zu erkennen und sie dann zu transformieren.

Durch dieses geistige Upgrade, durch das der Mensch über das Ego aufsteigt, kehrt er wieder zu seiner wahren Natur zurück. Er wird das Eins-Sein mit allem Leben erfahren, seine Schwingung erhöhen, zugleich die des gesamten Planeten und ihn in den paradiesischen Garten verwandeln, der er einst war. Der himmlische Garten ist dann auch das Abbild des inneren Zustandes, in dem sich die Menschheit befindet.

Jetzt fragt ihr mich vielleicht verwirrt: „Sagst du, wir sollen nicht zum Klimastreik gehen?“

Doch, es ist wichtig, dass wir unseren Hintern endlich physisch vom Sofa, dem Meditationskissen oder Schreibtischstuhl erheben, aber noch entscheidender und unerlässlich ist eine geistige Erhebung. Wir müssen uns geistig entwickeln und Verantwortung für unseren inneren Raum übernehmen, sodass wir in uns Mitgefühl und inneren Frieden kultivieren. An uns selbst zu arbeiten ist der notwendigste Schritt. Mystiker und Hochgelehrte vergangener Zeiten betonten immer wieder, dass die Menschheit vor einer weiteren Evolutionsstufe steht, einer Evolution des Bewusstseins.

Ich denke, wir sind schon mittendrin.

So bin ich unendlich dankbar für all die Menschen, die nicht nur bei Facebook likes verteilen, sondern auf die Straße gehen, ich bin geflutet vor Freude über jeden Menschen, der auf seinem Balkon Tomaten anpflanzt, ich bin inspiriert von jenen, die Unternehmen gründen um die Welt zu einem besseren Ort zu machen und ich bin voller Mitgefühl für alle, die noch nicht soweit sind. Bis sie soweit sind, darf ich im Frieden bleiben, sie in ihrem belassen und mich meiner Verkörperung widmen. Aus meiner Verkörperung darf Inspiration für den Wandel erwachsen.

Hier gebe ich euch noch einige Zitate bekannter Persönlichkeiten mit auf den Weg. Möget ihr vom Frieden getragen sein, klar Sehen und euer Herz geöffnet halten.

Euer Marian


In der lebendigen Natur geschieht nichts, was nicht in der Verbindung mit dem Ganzen steht. – Johann Wolfgang von Goethe

 „Es gibt im menschlichen Leben nichts rein äußerliches.“ –  Carl Friedrich von Weizsäcker

galt als letzter deutscher Universalgelehrter

Was wir mit den Wäldern der Welt tun, ist nur ein Spiegelbild dessen, was wir uns selbst und einander antun. – Chris Maser

Die Natur und die Menschen sorgen für immer größere sichtbare Wüsten, doch nur der Mensch schafft die inneren unsichtbaren Wüsten. – Rose von der Au

Der Aktivist ist nicht der Mann der sagt, dass der Fluss dreckig ist. Der Aktivist ist der Mann, der den Fluss reinigt. – Henry Ross Pero

Der Grund für die Umweltverschmutzung ist der Mensch selbst: die Vergiftung seines Geistes, die Verwüstung seiner Seele. – Phil Bosmans

«Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh weg; schließe zuerst mit deinem Bruder Frieden; und dann, wenn du zurückgekommen bist, bringe deine Gabe dar.» – Jesus von Nazareth

«Der einzig wirkliche Weg seinen Gegner zu entwaffnen, ist ihm zuzuhören.» –  Amaryllis Fox

Autorin, Friedensaktivistin und ehemalige CIA-Agentin

«Um dem Elend, das die Menschen seit Tausenden von Jahren quält ein Ende zu bereiten, muss du bei dir selbst anfangen und in jedem Augenblick die Verantwortung für deinen inneren Zustand übernehmen… Sei wachsam und achte sowohl auf deine Gedanken als auch auf deine Emotionen … Unser Bewusstsein erschafft unsere Welt, und solange sich keine Veränderung auf dieser inneren Ebene vollzieht, wird alles Handeln nichts Neues bewirken.» – Eckhart Tolle

Spiritueller Lehrer und Autor

«Der erste Friede – der Wichtigste – ist der, welcher in die Seelen der Menschen einzieht, wenn sie ihre Verwandtschaft, ihre Harmonie mit dem Universum einsehen und wissen, dass im Mittelpunkt der Welt das grosse Geheimnis wohnt, und dass diese Mitte tatsächlich überall ist. Sie ist in jedem von uns – dies ist der wirkliche Friede, alle anderen sind lediglich Spiegelungen davon. Der zweite Friede ist der, welcher zwischen Einzelnen geschlossen wird, und der dritte ist der zwischen Völkern. Aber vor allem sollt ihr sehen, dass es nie Frieden zwischen Völkern geben kann, wenn nicht der erste Friede vorhanden ist, der, wie ich schon sagte, innerhalb der Menschenseelen wohnt.» – Black Elk

Medizinmann der Oglala-Lakota-Indianer

«Wir können niemals Frieden in der Welt finden, wenn wir die innere Welt vernachlässigen und mit uns selbst nicht Frieden schließen. Weltfrieden muss aus innerem Frieden entstehen … Unser Schlachtfeld liegt nicht außerhalb, sondern innerhalb unserer selbst.» – Dalai Lama

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